Komet ISON C/2012 S1

Komet

 

Der potentielle Jahrhundertkomet ISON wurde am 21.09.2012 das erste Mal mit einem 40cm Teleskop des International Scientific Optical Network (ISON) aufgenommen. Auf diesen Fotos entdeckten die russischen Amateurastronomen Vitali Nevski und Artyom Novichonok ein bislang noch unbekanntes Objekt. Zunächst gingen sie davon aus das es sich um einen  Asteroid handelt. Weitere Beobachtungen zeigten jedoch, dass es sich nicht um einen Asteroiden, sondern um einen Kometen handelt. Nachforschungen zeigten das ISON bereits im Dezember 2011 auf Aufnahmen von Pan-STARRS, als schwaches Objekt zu sehen war, jedoch niemand den Kometen auf den Aufnahmen bemerkte.


Auf Grund der zeitlichen Differenz von 9 Monaten zwischen beiden Aufnahmen, war es möglich binnen kürzester Zeit die Flugbahn des Kometen sehr genau zu bestimmen. Es stellte sich heraus, dass sich ISON der Sonne bis auf einen Abstand von nur 0,01 AU (ca. 1,5 Mio. Kilometer) nähern wird. Anfang Jänner wird der Komet mit einem Abstand von etwa 60 Mio. Kilometer an der Erde vorbeifliegen. Sozusagen ein astronomischer Streifschuss an der Erde vorbei.

Weil C/2012 S1, so der Wissenschaftlicher Name für ISON, der Erde so „nahe“ kommen wird könnte er ungefähr so hell werden wie der Vollmond. Vorerst wird er am Tageshimmel neben der Sonne sichtbar sein. Jedoch wird man für die Beobachtung am Tag spezielle Brillen wie man sie von Sonnenfinsternissen kennt benötigen. Im Dezember wird er dann am Nachthimmel bestens beobachtbar sein.
Bislang wurde ISON noch nicht lange genug beobachtet um wirklich genaue Vorhersagen treffen zu können. Seine extreme Nähe zur Sonne im November ist es jedoch nicht auszuschließen, dass ISON zerbricht. Auch wenn ISON der Sonne zu nahe kommen sollte, ein völliges Zerbrechen des ca. 5 km. großen Kerns ist eher unwahrscheinlich, so dass im Dezember sehr sich mit der Beobachtung zumindest von Fragmenten des Kometen zu rechnen ist. 

Übersteht er aber den Vorbeiflug an der Sonne, ist damit zu rechnen das C/2012 S1 ISON ein spektakuläres Himmelsschauspiel abliefern wird.
 

Wie sich der Komet in den kommenden Monaten über den Nachthimmel bewegt seht ihr in unser Animation:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daten zu Komet ISON C/2012 S1
Entdeckungsdatum 21.09.2012
Entdecker Vitali Nevski und Artyom Novichonok
Helligkeit zum Zeitpunkt der Entdeckung 16 mag.
Geringste Entfernung zur Sonne 0,01 AU (1,5 Mio. km.) am 28.11.13
Geringste Entfernung zur Erde 60 Mio. Km.
Größe des Kern ca. 5 km.

 

Nach den derzeitigen Daten zu Urteilen, wird der Verlauf des Kometen sich in etwas so abspielen:

 

  • Vom 26. bis 28. November sollte ISONs Helligkeit steil ansteigen und negativ werden, was ihn bei Sonnenaufgang auf dem Horizont sitzend erscheinen lassen könnte; ein eventueller flächenheller Staubschweif ginge schon vor der Koma, deren Sonnenenlongation von 11 auf 5° schrumpft, in der stärker werdenden Morgendämmerung auf. (Zugleich erreicht der Phasenwinkel mit 110° ein lokales Maximum, aber ob dies durch Vorwärtsstreuung Koma und Schweif nennenswert aufhellen kann, ist unklar.) Je nach Helligkeitsentwicklung und Himmelstransparenz mag ein Nachweis der Koma am Taghimmel mit technischen Tricks nicht ausgeschlossen sein.
     
  • Am 28. November tagsüber könnte es möglich sein, dass ISON mit der richtigen Technik am Taghimmel zu finden ist, während er auf sein Perihel um 19:35 MEZ zueilt: Dann steht er 1,9 Mio. km vom Sonnenzentrum entfernt und von der Erde aus 1/2° von der Sonnenmitte bzw 1/4° vom Sonnenrand entfernt, ist aber in Deutschland schon vor mehr als 3 Stunden untergegangen. Am deutschen Nachmittag betragen der Sonnenabstand noch 5 Mio.km und der Winkelabstand etwa 2°, am Vormittag sind es 7 Mio. km und 3°: Ob – und mit welchem technischen Aufwandund v.a. Sicherheits-Vorkehrungen – ISON mit vielleicht irgendwo zwischen -5 und -10 mag. dicht neben der Sonne nachgewiesen werden kann, ist völlig unklar. Bei anderen Kometen, zuletzt McNaught 2007, gelang so etwas alle paar Jahrzehnte einmal.
     
  • Am 29. November geht ISON zusammen mit der Sonne auf und steht am Vormittag erneut 3° und am Nachmittag 4° neben ihr – und am Abend noch 2° hoch, wenn die Sonne untergeht: Ab jetzt gibt es im Prinzip Sichtfenster vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang, von denen das morgendliche aber noch bis in den Januar hinein das deutlich bessere bleibt. Die Komahelligkeit dürfte an diesem Tag die höchste sein, die in Europa zu erwarten ist, ein sehr spitzes Maximum, so dass der ganze Tag für – vorsichtige! – Sichtungsexperimente geeignet ist, dito die Morgen- und Abenddämmerung für eine Schweifsuche.
     
  • Am 30. November hat die Elongation 5° wieder überschritten, während die Komahelligkeit schon wieder gegen Null tendieren dürfte: Ab jetzt ist eher interessant, wie es nach dem Perihel um den Schweif ISONs und dessen Flächenhelligkeit und Länge bestellt ist. Bei Sonnenunter- und -aufgang steht der Komet heute jeweils 3° über dem Horizont, d.h. erneut sind beide Dämmerungen von einigem Interesse für mögliche Schweifsichtungen mit der Kometenkoma noch bzw. schon wieder unter dem Horizont, während mit einer Tagsichtbarkeit jetzt kaum noch zu rechnen ist.
     
  • Vom 1. bis 5. Dezember steigt die Elongation von 8 auf 18°, wärend ISON durch Skorpion und Ophiuchus zieht – nicht eben adventliche Sternbilder, aber die Sichtbedingungen v.a. morgens aber auch abends werden besser, während die Komahelligkeit von nullter auf 1. bis 2. Größe zurückgeht, der Staubschweif aber noch hell sein könnte: Dies könnte das beste Sichtfenster überhaupt werden, mit ISON als einem “zweiten West”.
     
  • Vom 6. bis 15. Dezember – die Elongation verbessert sich von 20 auf 43° – sollte ISON einfach zu finden aber nicht mehr spektakulär sein, da die Helligkeit der Koma auf etwa 4. Größe fällt. Dafür steht der Komet jetzt wieder vor Beginn der Morgendämmerung über dem Horizont, anfangs 2 und am Ende des Intervalls 23° hoch, und immer noch stört kein Mond. Die Morgenhöhe bei 12° Depression steigt von 7 auf 30°, und Abends steht ISON bei 6° Depression 3 bis 12° und bei 12° Depression zuletzt 5° hoch. Dunklerer Himmel v.a. vor Dämmerungsbeginn aber auch nach ihrem Ende könnte immer noch einen sehenswerten Schweif hervor bringen.
     
  • In der zweiten Dezemberhälfte gehen die Sichtbedingungen erheblich zurück, trotz ISONs immer besser Geometrie (Elongation 45 bis 93°, Höhe vor Dämmerungsbeginn 25 bis 56°, Höhe nach Dämmerungsende 1 bis 37°): Erst stört der Mond alle Dunkel-Fenster bis zum 20. Dezember, dann kann ihm zwar wegen der immer längeren nächtlichen Sichtbarkeit – ab etwa dem 23. Dezember wird ISON im Hercules zirkumpolar – immer aus dem Weg gegangen werden – aber die Kometenhelligkeit dürfte von 4. auf 6. Größe fallen: So wie PANSTARRS in den Monaten nach dem Perihel wird er jetzt (wieder) ein Objekt für Kometenspezialisten, die aber sicher noch viel aus ihm heraus holen können.

    Ablauf zusammengefasst von ®Daniel Fischer

 

heavens above Für eine Ansicht der aktuellen Position oder der Berechung einer zukünftigen Position von ISON einfach auf das Logo von heavens-above 

 

Den Weg den der Komet ISON durch die Sternbilder nimmt, kann hier gesehen werden. Für die große Version bitte anklicken.

This file is in the public domain because it was solely created by NASA. NASA copyright policy states that "NASA material is not protected by copyright unless noted".

 

Und so knapp wird es für ISON (C/2012 S1) wenn er an der Sonne vorbei fliegt.

©NASA

 

 

®http://www.solarsystemscope.com/ison/

 

Komet ISON hat den Vorbeiflug an der Sonne zwar überlebt, ist jedoch leider nur mehr ein Schatten seiner selbst und kaum mehr aktiv. Vom potentiellen Jahrhunderkometen ist somit leider nicht mehr viel übrig. Es bleibt noch eine kleine Hoffnung das vielleicht noch einmal aktiv wird und wir ihn nochmal bewundern können.

 

Eine Fotoserie von Damian Peach zeigt sehr schon die Entwicklung des Kometen bevor er die Sonne passiert hat.

 

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